Die wenigsten Autofahrer können von sich behaupten, dass Sie noch nie geblitzt wurden. Vor allem in verkehrsberuhigten Bereichen, an gefährlichen Straßenabschnitten oder in der näheren Umgebung von Schulen und Kindergärten werden Radar- oder Lasermessverfahren eingesetzt. Viele von Ihnen wissen jedoch nicht, dass genau diese Messverfahren eine Fehlerquelle ausmachen, die Ihnen während eines Einspruch bei Geschwindigkeitsüberschreitung zu Gute kommt. Ein genauerer Blick auf den Bußgeldbescheid lohnt sich ebenfalls.

Fehlerhafte Bußgeldbescheide und Messungen richtig erkennen

Ein Bußgeldbescheid erweist sich häufig durch qualitativ schlechte Fotos als mangelhaft, sodass diese vor Gericht als rechtskräftiger Beweis nicht verwendet werden können: Zunächst sollten Sie überprüfen, ob auf dem Bild das Nummernschild Ihres Autos zu erkennen ist. Ist dies nicht der Fall, ist der Bußgeldbescheid nicht rechtens und Sie müssen weder den Geldbetrag noch die zusätzlichen Punkte oder ein Fahrverbot als Strafe annehmen. Darüber hinaus muss man Sie als geblitzte Person auf dem Foto identifizieren können. Ist das Bild beispielsweise unscharf oder über- bzw. unterbelichtet, handelt es sich dabei auch um keinen gültigen Beweis.

Ferner können fehlerhafte Messungen ein Grund sein, warum es sich lohnt, Einspruch bei Geschwindigkeitsüberschreitung einzulegen: Falsche Messwerte werden vor allem von Messgeräten verursacht, die von Personen nicht richtig bedient wurden. Hier lohnt es sich außerdem zu überprüfen, ob der Blitzer vor der Benutzung richtig geeicht wurde. In der Regel ist es die Aufgabe eines Sachverständiger, die Richtigkeit des Messverfahrens zu überprüfen. Dies ist allerdings nur bei einer Rechtsschutzversicherung empfehlenswert, weil diese die Kosten für die Gutachten übernimmt.

Ein Einspruch bei Geschwindigkeitsüberschreitung ist also lohnenswert, sollte aber innerhalb der 14-Tage-Frist erfolgen, nachdem Sie den Bußgeldbescheid erhalten haben.